Beiträge von Emma

gemely feiert Hochzeit!

Ja, das geht also auch! Hochzeit zu viert, absolutes Neuland für uns. Als vor fast 5 Jahren dieses Abenteuer begann mit der Geburt von Kiko hat es sich plötzlich so angefühlt, als wäre ich nun mit 3 anderen Erwachsenen verheiratet. So ist das geblieben. Wir wollten das schon lange feiern, aber da kamen ja noch 2 Kinder und ein Haus musste noch gebaut werden und nun die fette Party. Trotzdem war ich völlig überascht von der Wucht, die so ein Feiern hat. Ich dachte, wir feiern mal, was wir so haben und bedanken uns v.a. mal für das Wunder, dass wir erleben, weil es so gut geht mit uns 7. Aber nun wurde eine Hochzeit draus und ich wurde als eine Braut beglückwünscht. Wir hatten eine wunderschöne Zeremonie mit 100 Erwachsenen und 50 Kindern (Freund*innen, Verwandten und Gemeinschafts-Mitbewohner*innen), wir wurden besungen, mit Blumen bekränzt, wir dankten uns, und all denen, die zum Gelingen beigetragen haben, für jeden Dank legte ein Kind eine Sonnenblumenblüte in eine Wasserschale, wir gaben jede einzeln ein commitment für die Kinder und eins für uns Erwachsene, wir wurden mit guten Wünschen beschenkt (auf über 100 zetteln aufgeschrieben) und abschließend noch einen Nachmittag, eine Nacht und ein Vormittag gefeiert. Es war wunderschön und es flossen glaub ich einige Tränen (wie immer bei Hochzeiten), bei mir auf jeden Fall. Ich habe viel Rückenwind für unseren Familienentwurf gespürt, viel Unterstützung, viel Liebe. Nun ist die Woche danach, noch türmen sich geschenke in unserer Küche und es ist auch schon wieder alles ein bisschen so wie vorher, denn ich hatte das gefühl, mein commitment drückt das aus, was eh schon da ist und das schon lange.
Vielen Dank an alle, die zu unserem unvergesslichen Fest beigetragen haben!

freier Abend

Ihr merkt, neue Babys im Haushalt führen wieder dazu, dass wir kaum zum schreiben kommen. Unser Leben ist in der Tat ganz schön verplant gerade. Ich z.B. habe jetzt Mo, Mi, Fr jeweils 24 Stunden Babytag (d.h. vom Abendessen bis zum Abendessen), dann noch zweimal die Woche Kiko ins bett bringen, 2 Abende frei, 4 tage tagsüber Kikozeiten von 2-4Std. Dazwischen versuche ich, meine Arbeit hinzukriegen und alles andere. Also für Normale Eltern wäre das wahrscheinlich himmlisch, denn die haben nochweniger oder gar nicht frei. Also alles bestens und super durchgeplant, das können wir auch bestens!
Wenn ich jetzt so schreibe, merke ich, dass dabei kaum Zeit bleibt, zu reflektieren, wie es eigentlich ist. Ich liebe die Babytage, mit den Zwillingen spielen, sie füttern, sie im Tuch spazierentragen und mittlerweile schlafen sie nachts so lange, dass auch die Nächte entspannt sind. Zwillinge großzuziehen hat einen eigenen Zauber, zu sehen , wie aus 2 gleichzeitig geborenen Menschen so unterschiedliche Personen heranwachsen, zu erleben, wie sie gegenseitig aufeinander reagieren, beide gleichzeitig bespaßen….naja und manchmal beide gleichzeitig schreiend „jonglieren“. Schön ist, dass wir jetzt fast immer mindestens 2 Erwachsene sind, weil Yuriko ja auch immmer dabei ist und/oder die Person, die auf Kiko aufpasst. Da gibt es viele schöne Gespräche und gemeinsames Tun. Ich genieße auch sehr, dass die Zwillinge zugefüttert werden, so können wir nichtstillenden Eltern uns auch am Ernähren beteiligen und Babys beim Trinken liebevoll in die Augen schauen. Mittlerweile habe ich den Stillwunsch ganz losgelassen und mich eher darauf verlegt, den tiefen Kontakt, den ich mir wünsche in anderer Weise zu erleben und das geht prima mit den beiden. Ein bisschen komisch ist es, dass wir duch unsere 24Std-Planung dann ganze Tage fast gar nichts mit den babys zu tun haben.
Ich denke oft darüber nach, wie es wohl ist, wenn die 3 Kinder größer sind und dann wird mir eigentlich erst bewusst, auf was für ein Abenteuer ich/wir uns eingelassen haben. Wir sind jetzt eine 7-köpfige Familie, wow! Das wird uns die nächsten sagen wir 15 Jahre ganz schön auf Trapp halten. Ich freu mich drauf und ich werde mir jetzt erst oder mal wieder des Gewichtes bewusst, das die Entscheidung zur Co-Elternschaft mit sich gebracht hat. Die langfristigere Perspektive wird immer langfristiger. Wir sprechen im Moment auch darüber, wie wir eigentlich rentenmäßig versorgt sind und haben festgestellt, dass wir alle 4 bereit sind, auch über die Elternschaft hinaus füreinander zu sorgen. Das ist erst im Lauf der letzten 3 Jahre entstanden, denn gestartet sind wir mit einem commitment für so etwa 18 Jahre. Das berührt mich sehr.
So, nun noch ein bisschen freimachen am freien Abend-der will ja immer möglichst effektiv genutzt sein (-;)

Co-Mutter-Milchbildung die Zweite (siehe blogeintrag vom 24.9.2015)

Nun sind die Babys schon fast eine Woche zu Hause. Das hat auch das stabilste gemely-System erstmal kräftig umgehaun. Erst Heiko krank, dann Alex krank, jetzt ich….. Die Nächte sind einigermaßen schlafarm für Yuriko und die zweite Person. Eine dritte Person passt auf Kiko auf und ein Elternteil darf mal frei haben. Wie schaffen das bloß „normale“ Eltern…..
Aber es ist auch toll, wir sind nunmal einfach zu viert und arbeiten so super zusammen, das haben wir ja nun schon 3 Jahre geübt. Gerade füttert Heiko Noam, Ta schläft hier in unserer Küche, Yuriko geht gleich mal schlafen. Ich habe Kiko-Aufsicht, Alex schläft sich gesund.
Vor 3 Wochen habe ich wieder angefangen, meine Brüste erst abzupumpen und dann konsequent mit der Marmet-Technik auzustreichen . Ich habe mich bemüht, das 10-12 mal täglich zu tun, aber meist nur 8mal geschafft. Ich wollte mich vorbereiten auf die Zeit, wo die Babys zuhause sind und ich sie dann mit dem Brusternährungsset anlegen kann. Es gab eine kleine Entwicklung hin zu einem größeren Tropfen Milch. Naja…Immerhin! Letzen Samstag (heute ist Do) habe ich dann mit Hilfe unserer Hebamme, Tar mit dem Brusternährungsset angelegt, WOW das war schön. Zwar ein ziemliches Gewurschtel, bis das Kind richtig liegt, die Brust richtig im Mund hat und dann auch noch den Schlauch, wo die Milch rauskommt, aber dann…..zu sehen, wie dieser süße Kerl fröhlich an meinen Brüsten saugt. Hinterher war ich stundenlang von Glückshormonen überflutet. Habs gleich nochmal ausprobiert am gleichen tag und am nächsten und am nächsten. Ohne Hilfe der Hebamme war es dann eher kompliziert und es gab einige Malheurs….der Schlauch war nicht im Mund und die Milch ist in den Body gelaufen oder der unbenutzte Schlauch war nicht festgeklemmt und die Milch ist einfach so rausgelaufen……aber das schöne Erlebnis blieb. Er saugt einfach trotzdem, egal was rundrum passiert. Am 4. tag wollte er nicht ….wahrscheinlich weil er nachts gespuckt hatte und noch zu schlapp zum Stillen war., war bei der Biomutter genauso. Jetzt bin ich erkältet und mache erstmal Pause.
Und die „induzierte Laktation“ also Milchbildung? Ich hatte den Plan möglichst jeden Tag tagsüber für die Babys da zu sein, um möglichst oft anzulegen, denn ich glaube, nur so kommt Milch, nicht vom Ausstreichen. Von den ersten vier Nächten habe ich drei gemacht (wegen Krankheit). Das regelmäßige Ausstreichen der Brust ist bei der ganzen Babyversorgung und dem Versuch auch noch ein bisschen Schlaf zu bekommen hinten runter gefallen. Und da noch nicht beide Kinder voll an die Brust gewöhnt sind und das Brusternährungsset also nur bei einem geht, komme ich auch nicht so oft in das Vergnügen ein Kind an der Brust zu haben. So funktioniert das nicht. Ich wusste, es braucht Ausdauer und Geduld, aber ich glaube, es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt.
So habe ich also wieder aufgehört. Es hat auch Vorteile für unser gesamtes gemely-System. Wenn ich durch regelmäßiges Stillen genauso gebunden bin wie Yuriko, dann sind wir als ganze Familie mit noch einem Kind nicht mehr so flexibel, wie wenn ich genau wie die beiden Väter Fläschchen geben kann bzw Brusternährungsset. Zumindest habe ich für mich die Brusterfahrung und das Anlegen mit brusternährungsset werde ich einfach weiter machen, wenn passt. Auch, wenn es mal nur ums Nuckeln und Beruhigen geht, kann ich meine Brüste anbieten. Vielleicht versuche ich es nochmal in ein paar Wochen, vielleicht wars das jetzt einfach. Schade und auch Erleichterung.

Milchbildungskrise

schon 3 Wochen pumpen und so richtig tut sich nix. Mal hier ein Tropfen, mal da, mal keiner, dafür schmerzende Brüste. Mehr Displin, also öfter pumpen, oder länger? Unterwegs ist das umso schwieriger….auf dem Klo sitzen und pumpen ist ja nun wirklich keine Situation, wo Frau Oxytozin produziert. Frust ,da wo ich ganz entspannt bleiben soll, ja kein Druck….na toll!
Ein bisschen lesen, im Internet stöbern….
Es gibt also auch andere Wege der Milchbildungs-Stimulation, nämlich von Hand. Zumal die Pumpe der Brustwarze auch Schaden zufügen kann oder wenn es wie bei mir zunehmend schmerzt und damit die Motivation sinkt. Schwer rauszufinden, wie viel und wie lange (…mind. 3 mal tgl 20 Minuten)…..aber es eröffnet mir neue Wege und schließlich habe ich ja noch Zeit bis zur Ankunft der Babys. Anscheinend geht das auch ohne Vorarbeit innerhalb von 2-4- Wochen Milch zu produzieren. Wenn das Baby an die Brust gewöhnt werden soll, dann braucht es 10-12 mal Anlegen pro Tag. Das ist viel, aber anscheinend nötig um die Milchbildung in Gang zu bringen und bei neugeborenen eh ganz normal. Da kann ich jetzt mich etwas vorbereiten, aber wirklich intensivieren werde ich den Vorgang wohl erst, wenn die Geburt näher rückt.
So habe ich mir gestern einfach mal eine ganz liebevolle Massgae gegeben und mit meinen Brüsten erstmal wieder Frieden geschlossen. Bin voller Liebe eingeschlummert.
Danke an Marta Gouth-Gumberger und Elizabeth Hoffman (veröffentlicht von La leche liga) für die gute Literatur zum Adoptivstillen.
Freue mich über weitere tipps und Unterstützung.

Neue Erfahrung

dadurch, dass wir so viele sind, kommen so manche für andere selbsverständliche Erfahrungen erst mit Zeitverzögerung und dann auch nicht bei allen Eltern an. Z.B. alleine 6 Tage für ein krankes Kind zu sorgen. Just am Abreisetag nach Tübingen zu Tante , Onkel und Cousins und Cousin ging es los ….wir fahren trotzdem, die Reise ist auch super, Kiko hat zwar etwasTemperatur, aber Reisen ist immer schön und aufregend.
Eigentlich werden Kinder ja schnell wieder gesund, aber der Husten und Schnupfen haben sich hartnäckig gehalten. Nachts aufwachen Husten, Trinken, Einschlafen, Husten, Trinken, Einschlafen und so fort. Wenig Schlaf also für uns beide. Tagsüber gab es ein paar Momente von guter Laune, ansonsten meistens das Bedürfnis, auf meinem Arm oder Schoß zu verbringen. Ansonsten mehr als sonst irrationale Wünsche, die mit Schreien eingefordert werden, also sinnlose Streits und somit eine hohe Anforderung an meine Aufmerksamkeit, mein Improvisationsvermögen und meine Präsenz. Ganz normal, krank halt. Da sie bisher noch nie so lange krank war und wenn mal krank, dann von mehreren Bezugspersonen betreut, war das tatsächlich eine völlig neue Erfahrung für mich. Bin echt an meine Grenzen gekommen. Zum Glück „durfte“ ich nun 1,5 Tage krank sein, denn schon im Landanflug nach Zuhause gings bei mir dann los. So konnte ich mich nun dank der Übernahme durch andere Eltern ausführlich erholen und sie ist nun auch schon auf dem auf Besserungsweg.