Archiv für Februar 2013

Zu viel Liebe?

Geht das, kann dieses Kind zu viel Liebe bekommen? Ich glaube nicht. Es ist halt der totale Luxus, wann immer sie wach ist, ist jemand da, der/die Zeit hat und ihr die volle liebende Aufmerksamkeit schenken kann. Eltern mit Arbeitsstress, Krankheit oder emotionalen Durchläufen sieht sie also eher selten. Weil ich davon ausgehe, dass jedes Kind soviel Liebe verdient hat, freue ich mich täglich darüber. Bisher sieht es auch so aus, als bekomme es ihr gut.
Manchmal schleichen sich Zweifel ein, die glaub ich aus meiner Sozialisation stammen. Wird sie zu verwöhnt und später nicht in der Lage sein, sich mit sich selbst zu beschäftigen? Sind wir zu doll fixiert auf sie und belasten sie damit? Muss dieses Kind sich die Geschichten von 4 statt 2 (1) Elternteilen aufladen? … Kinder übernehmen ja gerne Verantwortung für unerlöste Themen der Eltern.
Ich kann jetzt ja noch keine Antworten auf diese Fragen geben …

Tiefen Kontakt halten bei so viel Personal

wir hatten Besuch von 2 Frauen, die zusammen mit dem Vater des Kindes schon seit 5 Jahren eine Co-Elternschaft leben. Das ist wirklich toll, dass es da ein Vorbild gibt. Zwar ist bei denen irgendwie doch vieles anders, aber es ist schön zu sehen, dass das so gut geht und da sind Menschen, die wir fragen können.
Was mir im Gespräch klar wurde, zu viert ist es gar nicht so leicht, die tiefe Beziehung zu Kiko zu pflegen. Jetzt haben wir sie ja noch Vollzeit und müssen sie nicht mit Kindergarten, Schule oder Freunden teilen. Aber schon jetzt merke ich manchmal, dass ich aufpassen muss, dass ich genügend verbindende Begegnungen mit ihr habe. Manchmal erwische ich eben gerade eine Zeit, wo sie komplett durchschläft und dann sehe ich sie beim Abendessen vielleicht ein bisschen und dann erst wieder am nächsten Tag, wenn sie wieder schläft. Aber es braucht schon Zeiten, wo wir richtig was miteinander „machen“, soweit das mit einem Säugling halt geht, spielen, kuscheln, lachen, singen, sich anschauen. Ich merke sonst manchmal, dass ich den Kontakt verliere und auch nicht mehr so klar Bescheid weiß über sie (also wann wurde sie zuletzt gewaschen, hat sie immer noch Schnupfen oder Durchfall usw.). Ich muss das dann notgedrungen von Yuriko abfragen und das fühlt sich nicht wirklich wie „volle Verantwortung“ an. Ich achte nun drauf, dass ich regelmäßig potentielle Wachzeiten erwische, z.B. vormittags.
Wenn sie dann mal in den Kindergarten oder die Schule geht, dann bleiben uns noch 4,5 Tage, d.h. Pro Person noch 1,1 Tage, hört sich krass wenig an.

Kranksein in der Gemely

Winter wars, kalt wars und Weihnachten legte sich Alex krank ins Bett. Wir waren „nur noch“ zu dritt. Neujahr kam dann Heiko dazu und Yuriko und Kiko fingen auch an zu kränkeln. Normalerweise sind solche Situationen für Familien echte Belastungsproben, bei uns ging das alles ohne Megastress über die Bühne. Ich entwickle echt einen Riesenrespekt vor Alleinerziehenden und aber auch der üblichen Vater/Mutter/Kindkombi. Wenn bei uns mal was anders ist, dann sind da immer noch die anderen, die einspringen können. Bei Alleinerziehenden liegt die ganze Verantwortung allein auf ihren Schultern.
Achja und als alle wieder gesund waren, hab ich mich nach einer Weisheitszahn-OP für eine Woche flach gelegt….einigermaßen guten Gewissens.

Zwischenmeldung

Hallo – ich hab mal 10 min Zeit, um von uns zu erzählen. Es geht gut, Kiko kann jetzt singen – naja, ganz süße Vokale von sich geben – und Fenchel halten und sie strahlt dich an, wenn du sie anguckst. Die Gemely-Routine läuft eigentlich reibungslos. Demnächst machen wir endlich mal wieder ein Treffen, nur wir vier plus Kiko.
Zwei Sachen vielleicht: Erstens, wir haben „windelfrei“ verlernt :-( . Fünf Tage unterwegs und dabei Plastikwindeln angehabt, schon konnten wir sie nicht mehr abhalten, Kiko pinkelte, wann es ihr beliebt, als hätten wir das nicht schon super trainiert gehabt.
Und weil dadurch jetzt immer alles nass und Kiko zwischendurch auch mal durchfallmäßig krank war (Selbst-Ansteckungsgefahr?), sind wir wieder zu (allerdings theoretisch kompostierbaren) Plastikwindeln übergegangen. Ein bisschen frustrierend, aber dadurch ist das Herumspielen und -tragen auch wieder einfacher geworden. Und tatsächlich hat Kiko in den Plastikwindeln mehr Bewegungsfreiheit als in den Stoffwindeln.
Das hätte ich mir vor ein paar Wochen nicht vorstellen können, dass wir diese zwei Stufen (von windelfrei zu Windeln, von Stoff zu Plasik) zurückgehen… Aber Kinderhaben scheint unberechenbar zu sein.

Das zweite, oh, da reichen die verbliebenen drei Minuten nicht mehr. Thema ist, dass möglicherweise doch ganz leise mal anklingt, ob die oder der sich genug engagiert… Wenn die oder der sich dann mal einen ganzen Tag überhaupt nicht bei den anderen meldet und die dann die Kinderbetreuung alleine machen, geht das? Oder ist das verboten?

Und wenn ich als Biopapa es z.B. gar nicht schlimm finde, wenn A-lex sich mal einen Sonntag lang zurückzieht, ohne Yuriko und mir Bescheid zu sagen – ist das dann ein Zeichen dafür, dass ich A-lex doch einem anderen Vater-Status zuordne als mir selbst???