Archiv für Dezember 2012

Kleinfamilie spielen

In den letzten Tagen haben Heiko, Kiko und ich zur Abwechslung mal ein bisschen Kleinfamilie gespielt. Emma war am ersten Weihnachtstag zu ihrer Familie aufgebrochen, und A-lex hatte das auch vor, hat sich dann jedoch mit einer dollen Mittelohrentzündung auf selbige gelegt und war für einige Tage im Bauwagen verschwunden. Und Joel war mit Vorbereitungen für eine große Reise beschäftigt – aber sie hat Kiko trotzdem zwischendurch mal bespaßt, insofern stimmt das mit der Kleinfamilie nicht ganz. Und wir leben ja eh in einer Gruppe, und dann gab es noch diversen Besuch, also na jut, wir waren halt gefühlt ne Kleinfamilie, objektiv betrachtet vermutlich aber noch weit davon entfernt.
Aber dennoch hatte ich mal die Gelegenheit zu spüren, wie das wohl wäre, alles mehr oder weniger klassischerweise zu zweit zu regeln.
Zunächst fand ich das, ehrlich gesagt, entspannend. Mehr Bezugspersonen bedeuten auch, die Bedürfnisse mehrerer Personen im Blick zu behalten, mit mehreren Leuten Absprachen zu treffen und sich auf mehr Leute emotional einzustellen. Das strengt mich tatsächlich manchmal ziemlich an.
Außerdem führe ich ja mit Heiko eine Liebesbeziehung, und mir gefiel die Aussicht darauf, mal wieder mehrere Tage stärker aufeinander bezogen zu sein und ein paar Nächte in Folge gemeinsam zu verbringen. Allerletzteres (also das mit den Nächten) war auch wirklich schön. In der vierten Nacht waren wir dann allerdings beide so müde, dass Heiko Kikos Gequake meistens überschlafen hat und ich ganz schön genervt war.
Angestrengt war ich trotzdem immer mal wieder, weil Klein-Kiko natürlich auch Bedürfnisse und Emotionen hat. Sogar sehr unmittelbare, die sich oft nicht aufschieben lassen. Und irgendwie war die Nähe zu Heiko dann auch nicht öfter als sonst, weil viel Orga und Reproduktion war – wer kocht uns was, wer spült, wer kümmert sich um Kikos Bauchweh, undsoweiter. Ganz allein zu zweit, ohne Kiko, hatten wir gar nicht.
Und trotzdem war’s auch schön. Kuscheln zu dritt zum Beispiel. Das mache ich mit den anderen Eltern (bisher) nicht. Mit denen ist es vertraut und freundschaftlich, aber das Kuscheln bringt nochmal eine andere Ebene rein, die, glaube ich, es für A-lex und Emma auch nochmal anders macht, wenn sie allein mit Kiko sind.
Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, als Emma wieder nach Hause gekommen ist. Und freu mich auch jetzt schon drauf, wenn A-lex nicht mehr auf seinen Ohren liegen muss. Und wenn dann die ganzen Feiertage endlich vorbei sind, und wir wieder alle zusammen Gemely-Alltag machen werden – und ist das nicht cool, dass ich unsern Alltag mag?

auch noch da

Nun lese ich und lese ich, manchmal erfahre ich hier mehr über die Befindlichkeiten meiner mit-Eltern als in Natura….es braucht offensichtlich mal ein Treffen.
Ich habe lange nicht geschrieben. Es fehlt mir gerade an ganz besonders Bemerkenswertem, was ich unbedingt teilen möchte… ich bin immer noch glückliche Co-Mutter, genieße die Zeit mit Kiko, manchmal hätte ich gerne einen ganzen Tag mit ihr und nicht nur so Stückchen, aber das lässt sich sicher einrichten. Ich finde es ganz erstaunlich, dass wir alle gleichzeitig unseren eigenen Projekten, Arbeit und so nachgehen können. Ich freue mich über meine Verwandtschaft, die sich mit mir freut und mich mit Babysachen versorgt. Es ist schwieriger geworden, die Beziehung zu Alex zu pflegen, da wir von 7 Nächten nur 3 potentiell miteinander übernachten können, 2 davon ist eine_r von uns müde von der Kiko-Nacht davor. Da brauchen wir also mehr Zeit zu anderen Tageszeiten. Das ist ungerecht denn so Zeit alleine haben Yuriko und Heiko nachts selten. Zweimal haben Alex und ich nun schon eine nacht mit Fläschchen gemacht…nicht besonders oft in 3,5 Monaten.

eigentlich einfach

Mit einem Baby ist das Leben schön und eigentlich relativ einfach. Das Baby

1. Schläft
2. Strampelt und lacht
3. Isst = wird gestillt
4. Schreit
5. Schaut teilnahmslos in der Gegend herum (gruselig)

Zustand 2 ist besonders schön und den haben wir auch noch nicht so lange, Zustände 1 und 5 sind dafür entspannt – da kann man alles Mögliche andere dabei machen, je nachdem, ob das Baby in der Babytrage oder im Kinderwagen oder im Zimmer irgendwo liegt. Babytrage ist sehr komfortabel und man kann alles machen, was mindestens ein bisschen, aber nicht zu viel Bewegung bedeutet (nicht: Holz hacken, aufs Dach klettern, an der Kreissäge arbeiten – aber auch nicht lange am Kopierer stehen oder vor dem Bildschirm hocken. Schon: Einfache Montagearbeiten, Müll wegbringen, Leute besuchen und ausgeliehene Sachen zurückbringen und natürlich spazierengehen).

Mit dem Kinderwagen ist man etwas weniger flexibel, damit geht aber tatsächlich auch Holz hacken u.ä., man muss nur immer mal wieder nach der Kleinen schauen. Kinderwagen ist ein Geheimtipp – sie schläft schnell ein, ist an der frischen Luft, man kann sich in einem gewissen Radius um den Kinderwagen (mit Babyfon) frei bewegen und das Kind schläft oft noch fest lange, nachdem man es schon wieder rein ins Haus geholt hat. Richtig lange – stundenlang manchmal. Verblüffend.

Zustand 4 ist nicht gut – da empfiehlt sich, schleunigst was zu unternehmen. Oft hilft es, Yuriko anzufordern und Zustand 3 eintreten zu lassen. Ansonsten: Auf die leicht angezogenen Knie legen, wenn du auf dem Podest liegst/sitzt, entweder so, dass sie sich anschaut oder so, dass ihr Rücken an deinen Bauch lehnt – Herumtragen mit dem Kopf nach oben oder zur Seite, mit dem Gesicht nach oben oder nach vorn oder nach unten – alleine hinlegen; manchmal will sie genau das – oder Abhalten. Das geniale abhalten, davon muss ich sowieso berichten, ich weiß nicht, ob wir das schon getan haben.

Wir haben ja vor der Geburt schon darüber geredet, ob wir Kiko nicht windelfrei aufwachsen lassen. Es gibt da so Bücher. Darüber haben wir schon geschrieben.
Was von diesem Vorhaben übrig geblieben ist, ist jedenfalls das Abhalten. Jede_r von uns hat inzwischen erlebt, dass die Kleine sich vor dem Pinkeln oder Kacken bemerkbar macht. Ich war skeptisch, aber inzwischen ist es für mich total selbstverständlich, das Baby erst mal abzuhalten, wenn es drückt, allzusehr strampelt, gerade aufwacht (nachts!) oder weint. Sie fidnet das gut und wir finden das gut. Wir halten sie über die Schüssel, die wir immer im Raum haben (so eine Plastik-Nudelsalatschüssel mit 25 cm Durchmesser), halten die Beinchen etwas hoch und sagen ein Zauberwort, auf das wir uns geeinigt haben. Dann lässt Kiko laufen, wenn sie kann. Oder sie drückt oder tut, was immer dazu führt, dass sie kacken kann. Wir halten sie einfach so lange über die Schüssel, bis entweder Pipi rausläuft oder Kacke rausschießt oder sie zeigt, dass sie jetzt genug vom Abhalten hat – da streckt sie sich dann. Das macht sie auch, wenn wir sie abhalten wollen, sie aber gar nichts rauszulassen hat.

Wer immer sie von uns gerade abhält, ist dann immer sehr zufrieden, wenn was gekommen ist, und sie schaut auch immer sehr entspannt aus, wenn sie über der Schüssel hängt.
Wir ziehen ihr oft keine Windel an, sondern legen nur ein Windeltuch o.ä., am Besten auch noch was wasserundurchlässiges unter (nachts!), dann können wir sie sehr schnell und einfach abhalten und ihr Po bleibt auch dann trocken, wenn sie sich doch einpullert. Das passiert schon auch oft, aber Babypipi ist harmlos; wir trocknen die eingepullerten Stoffwindeln und benutzen sie wieder, wenn sie nicht allzusehr stinken. Während ich das schreibe, hängen überall Stoffwindeln in unserer Wohnküche herum, das sind wir schon gewohnt.
Jedenfalls haben wir sehr selten eingeschissene Windeln und müssen so nur etwa einmal pro Woche waschen, obwohl wir Stoffwindeln benutzen. Nach einer Woche haben wir dann nicht mal einen normal großen Windeleimer voll. Wie gesagt, das Abhalten ist großartig.
Nachts fängt sie an zu muckeln, wenn sie langsam aufwacht, dann nehme ich sie und halt sie über die Schüssel, sage unser Wort und schon läuft es los. Sehr befriedigend :-)

working night shifts

i have been quiet…

reasons for this are various:

- i feel that my role in the gemely is evolving very slowly, shifting as well, and do not feel as close a part of the gemely as the others plus i am working a lot outside and on projects (see below) and thus did not spend much time with kiko. both of that lead to the impression that i „don‘t have news which are blog-worthy“,

- i do a lot of work on the computer and writing for a blog does not have that much priority – i prefer to read a book when i have some spare time,

- i needed to sort out my role in this new system.

all of this lead to me not having an impulse to write something.

now i just went through what has been posted in the last days and weeks, including comments, and i like the dynamics that this blog is developing. people really read it, follow the movements of this group and seem to get something out of it. and i also realize that although i did not write here, thoughts came (and come), more questions came (and come – will that ever stop!?) and also clarification came (and comes), because we continue(d) to talk.

it is a bit more than a month ago (or two?) we spoke about my role in the gemely. before this conversation, i tried to observe how the others develop a roadmap for day-to-day life – and i tried to see my part in it.

observations from the daily routine:

a) all 4 parents are at home a lot, as they all mainly work from home. they eat most meals together and generally spend a lot of time together since the baby was born.

b) there is a lot of attention for the child, all the time.

c) there is a lot of readiness to take kiko whenever s_he seems to want someone or -thing.

d) there also seemed to be insecurity about „what is okay to do / wish / say /… and what isn‘t?“.

thoughts and questions which have been provoked:

a) i have got a part-time job which i have to commute to, which leads to me being away from home about half of the week (on average a bit more, as commuting takes a while). during the other part of the week i work as a permaculture trainer plus i have loads of meetings around the many things i am interested and engaged in. a lot of this does not happen where we live but has to do with more travelling. how does this fit in with being part of a co-parent system? especially as i need to do most of this work to earn my living – who will do this for me when i take care of the baby?

b) i am starting to wonder whether a child can be over-exposed to attention (well, that sounds worse than it was and is! ;-) ), whether we will have any space for other issues than child-related ones and also what is it actually that i myself feel how much attention kiko needs? whew.

c) sorry, but does it really take another person to raise this baby!? like, what exactly could i contribute (apart from the obvious like doing the dishes and heating stoves)?

d) sometimes it felt to me like everybody wanted to take kiko and i was wary of being yet another person to want to take care of the baby. there is one thing that i really do not like in life and that is rivalry. i checked in on this with yuriko quite soon and it became clear that this was less an observation than a fear, so i managed to drop this thought.

so when we met, we discussed these points. not that i had written them down like that but i think we touched on more or less all of them.

results of this conversation are:

a) we still should talk about sharing money. not just time and responsibility… plus we agreed that we do not all have to do 1/4 or 1/5 of the work and time.

b) the answers from the others concerning this point went from „i believe that a child cannot get enough love, by as many people as possible!“ to „i think that more than 10 people would definitely be too much, but kiko can definitely deal with you as the 5th person!“. right. i think i will observe this a bit more… and i also think we did not finish this one and i would like to speak about this more sometime soon.

c) the others disagreed and told me that i can easily become part of the system and that there is enough work to do!

what we came up with in the end is that my position is more that of a relief person. that is what fits me best right now: we meet once a week to talk about who can take care of the child when and if there is need or when i have spare time, i jump in. does such a small contribution really make me a co-parent??? i don‘t know and i also don‘t really care as i don‘t do this because of the title but because i want to live in a society where it goes without saying that big people take responsibility for little people, no matter if they gave birth to them or not.

btw this clarification of my role led to me learning quite quickly to…

- change nappies
- let kiko pee into a bowl when there is no nappy on the bum but pee to come
- kink the baby sling and how to get the little one in and out of it…

i also spend my first night with yuriko and kiko, but that is a different story… (unfortunately, it is part of the title – so i guess this will be a sequel so that the title gets it’s full meaning!)

sorry für’s hängen!

liebe lesende,

an dieser stelle mag ich ja jetzt doch mal sorry sagen.

das ist unser erster blog, und es braucht ne weile, bis wir das gut hinkriegen, offensichtlich. es hingen jetzt einige kommentare ewig lang in der warteschleife, weil ich sie übersehen habe. voll blöd, wir freuen uns doch über resonanz und kontakt! war keine absicht.

naja, und dann war hier so lange nix los, weil ich irgendwie große einlogschwierigkeiten hatte. jetzt habe ich’s aber kapiert. hoffentlich.

ich hoffe ihr verzeiht’s!

yuriko